Von Budsjord nach Fokstugu Fjellstue, 14 km, 550m hoch, 220m runter, 6:10 Uhr gestartet, 11 Uhr Ankunft, Weghöhe 640m bis 1.210m

Dieses Schild begrüßt und warnt vor der Herausforderung des Nationalparks. Ich denke: Endlich die Landschaft meiner Seele.






Normalerweise ist die Temperatur im Juni, Juli, August 8-10° . Heute waren es 23 grad. Morgen wird es kühler zwischen 19 und 22°. Wir sind mehr Pilger unterwegs als ich dachte, die Herberge ist ausgebucht, aber ich wäre trotzdem nicht reingekommen, weil Hunde nicht zugelassen sind. Bei der Begrüßung erfahre ich, wo ich außerhalb des Terrains mein Zelt aufbauen könnte. Ich setze mich in die Sonne und schreibe Tagebuch. Plötzlich steht die Hofherrin neben mir und teilt mir mit, dass sie sich es überlegt hätte, mich doch aufzunehmen und ein Zimmer für mich und den Hund hätte. Ich bin ziemlich überrascht und erfreut.
Fokstugu Fjellstue
Der Hof liegt wunderschön eingebettet in das weite Fjell-Panorama zwischen dem Fluss Foksae und den Schafsweiden. Auf Fokstugu steht eines der Sælehus des Dovrefjells mit dessen Bau König Øystein Magnusson um 1120 begann. Die mittelalterlichen, zunächst unbewirtschafteten Unterkünfte boten Pilgern Schutz auf den Weg nach Nidaros (Trondheim) vor allem bei der lebensgefährlichen Wanderung über das Fjell.

Laurits Fokstugu betreibt den Hof mittlerweile schon in der elften Generation, zusammen mit seiner Frau Christiane, der herzlichen und gottesfürchtigen Gastgeberin aus Schweden. Vor über zehn Jahren hat das Ehepaar die alte Tradition Pilger aufzunehmen wieder zum Leben erweckt. In dem großen, gemütlichen Haus aus den 1880-er Jahren finden sich Möbel aus allen Jahrhunderten, die Schlafzimmer haben Waschbecken, geteilt werden das Bad, die Gemeinschaftsküche mit Esszimmer und ein geräumiges Wohnzimmer mit Kamin origineller Couch und kleiner Bibliothek.
Das Besondere ist das Gotteshaus in dem täglich morgens und abends Andachten stattfinden.



Und in diesem Haus habe ich geschlafen.

Morgen geht es weiter hoch ins Fjell, in dem ich die nächsten vier Tage pilgern werde.

Warum macht man eine solche Pilgerreise? Für mich ist der klarste Grund die Trauerarbeit. Mehrfach habe ich schon gesagt, dass ich eine neue Lebenslust empfinde, die in der großen Spannung steht mit der großen Traurigkeit, die ich empfinde. In allem fühle ich mich begleitet und geborgen in Gott.
Olaf ist dem Ruf Christi gefolgt. Im Vertrauen hat er Christus Raum in seinem Herzen bereitet. So erfüllte ein ganz neues, anderes Leben ihn. Er hat gegrübelt über die vielen Götter des altnordischen Glaubens, und die christliche Missionare erzählten von einem ewigen, allwissenden und allmächtigen Gott, ein Gott, der die Menschen liebt, ihnen hilft und nicht umgekehrt. Durch den Glauben an Christus bekam Olaf die Kraft, dem Ruf zu folgen, der ihn ereilt hatte.