Tag 19 – 4. August Sonntag

Von Gumdal nach Skaun, 20,5 km, 627 m hoch, 690 m runter, Weghöhe 114 bis 445 m, Start 8:30 Uhr, Ankunft 16:45,

Nochmal ein Blick zurück auf unsere Unterkunft

Ein Sonntagsspaziergang war das heute nicht. Aber es war ein schöner Tag, weil wir durch ein Hochmoor gelaufen sind.

Typisches Moor, ohne Trittbohlen nicht zu durchqueren.

Das Gemeindehaus in dem wir schlafen bietet uns alles, was wir technisch brauchen, ist aber sehr nüchtern, außerdem darf Greta nicht rein. Also schläft sie draußen im Zelt neben drei anderen Zelten.

Greta macht alles ohne zu Zucken mit
Wir sind zu viert im Gemeindehaus, vier schlafen im Zelt

Die Kirchenführung in der Skaun Kirche macht dann alles wett.

Maria – in einer protestantischen norwegischen Kirche

In Skaun, auf dem Husaby-Hof, war der sagenumworbene Wikinger Häuptling Einar Tambaskjelve zu Hause. Seine Bogenkünste waren legendär und brachten ihm seinen Namen ein: Tamba hieß sein Bogen und Tambaskjelve bedeutet „Bogenspanner“. Die Reichweite seiner Bogenschüsse war in Wikinger Zeiten unübertroffen. Abgesehen von seiner Körperkraft war Einar ein geschickter Politiker. Vom sicheren Husaby aus steuerte er, der keineswegs zu den Freunden und Weggefährten Olafs zählte, die Geschichte in Nidaros nach dessen Tod. Er nahm sich der Betreuung des Thronfolgers, Olafs ältester Sohn, an und sicherte sich seinen Einfluss auf die Geschehnisse, die das macht Vakuum in Nidaros möglich möchte. Er selbst wurde Christ und ließ auf dem Husaby-Hof die erste Kirche ins Skaun errichten. Wieder einmal hatte Einar den richtigen Riecher für die politisch-gesellschaftliche Entwicklung gehabt.

Einar Tambaskjelve – ein Wikinger-Häuptling

Die Kirche ist 800 Jahre alt und birgt einige Schätze.

Antemensale – das einzige von mehr als 1.300, das noch in einer Kirche vor dem Altartisch hängt.
Skaun Kirche

Noch zwei Tage und wir sind da, ich kann es kaum fassen.

Der Meilenstein vor der Kirche

Ksenia aus Belgien setzt sich an das Klavier im Gemeindehaus und beginnt zu spielen. Sie hat Violine studiert und ist Berufsmusikerin. Ich singe und sie spielt – wundervoll.

Eine wunderschöne Frau

Tag 18 – 3. August – Sonnabend

Von Meldal nach Gumdal, 18,6 km, 844 m hoch, 909 m runter, Weghöhe 40 bis 285 m, Start um 10:30 Uhr, Ankunft um 18:15 Uhr, Temperatur 12 bis 19 Grad,

Frühstück mit Ausblick bei 12 Grad

Aufbruch aus dem Freiluftmuseum

Obwohl unser Weg heute ziemlich trist war, von 18 km waren 9 km Asphalt, sind wir durch ein bedeutungsvolles Gebiet des zweiten Weltkriegs gelaufen. Norwegen war ja kriegswichtig wegen der Erzzufuhr nach England. Und hier war Erzförderung. Ich erspare mir weitere Erläuterungen und weise nur auf die interessante Internetseite hin: https://verschwiegenegeschichtedrittesreich.wordpress

Braucht ein wenig Pflege
Kaum zu glauben – nur noch drei Tage

Die Unterkunft in Gumdal ist wieder eine Überraschung. Drei Zimmer mit je zwei Betten, unten eine Küche mit Aufenthaltsraum, eine Dusche und im Kühlschrank richtiges Bier. Frische Milch gibt’s von den Kühen und Eier von den Hühnern.

Und: Ich habe einen Tag gewonnen und die Unterkunft in Trondheim hat sogar noch das Zimmer frei für zwei Tage – mit Hund.

Heute Abend essen wir Nudeln mit Rührei und kaltröked Lachs.

Versöhnung – oder: Warum zusammen besser geht

Die beeindruckende Mischung der Gewächse im Garten, die alle wachsen und es gut haben, weil für guten Mutterboden, für reichlich Platz und Luft für alle gesorgt wurde.

Mir war und ist es immer wichtig gewesen, Menschen zusammenzubringen, am besten, wenn sie ganz unterschiedlich sind.

Einheit und Gemeinschaft zu schaffen ist eine wichtige Herausforderung. Es geht darum, die richtige, aber schwierige Balance zwischen Verantwortung und Freiheit zu finden. Einerseits muss man Regeln und Rahmen einführen, die Menschen sammeln und ein gemeinsames Ziel geben, andererseits soll der gemeinsame Rahmen allen Menschen und Gruppen Raum zum Atmen und Wachsen geben. Niemand soll unterdrückt werden und die Freiheit verlieren. Jede und jeder soll die Möglichkeit haben, seine eigenen Stärken kennen zu lernen und Fähigkeiten zu entfalten.

Wenn einer versucht, das Zusammenwirken, das Gemeinsame zu stärken, erzeugt das oft Konflikte. Menschen, die in der Lage sind, Vielfalt zu schätzen und doch Einheit zu schaffen und immer Wege zur Versöhnung zu suchen, werden gebraucht, ob in der Familie, im Geschäftsleben, in Vereinen oder in einem Land oder sogar zwischen Nationen.

Olafs Vision war nicht gerade klein: Er wollte Norwegen sammeln. Im christlichen Glauben sah er den geeigneten Weg zu diesem Ziel. Deshalb versucht er, ein neues Recht, das Christenrecht (Olafsretten) einzuführen. Das war ein Bruch mit früheren Regeln und Gewohnheiten. Das neue Christenrecht begann so: „Das Erste in unserem Gesetz ist, dass wir uns nach Osten verneigen und zum Weisen Christus um ein gutes Jahr und Frieden beten, dass wir unser Land, unser Dorf und unseren Hof heil halten. Er sei unser Freund und wir die Seinen, und Gott sei Freund über uns allen.“

In dem neuen Recht wurde unter anderem verboten, neugeborene Kinder in Wald und Feldmark auszusetzen. Leibeigene sollten frei gekauft werden. Vielweiberei wurde verboten und Vergewaltigung mit dem Tode bestraft. Frauen durften Erben und Häuptling werden. Es sollten Kirchen in jedem Bezirk gebaut und Neugeborene getauft werden. Verstorbene sollten in heiliger Erde begraben werden und nicht in den Hügeln oder Steinhaufen wie in heidnischer Zeit.

Das neue Gesetz einzuführen rief Widerstand hervor und Olaf schaffte sich viele Feinde, nicht zuletzt, weil er die Gleichheit aller vor dem Gesetz einführte, der großen Leute wie der kleinen Bauern.

Olaf schaffte es nicht, in seiner Lebenszeit Norwegen zu einen. Erst durch seinen Tod erreichte er es, das Land zu einem Reich zu vereinen. Erst durch seine schwerste Niederlage begann die Einheit unter den streitenden Kräften im Land zu wachsen. Der Preis der Versöhnung war groß, aber aus dieser Niederlage heraus konnte etwas Bleibendes entstehen.

Tag 17 – 2. August – Freitag

Von Nørgar Voll nach Medal Bygdegård, 26 km, Start um 8:30 Uhr, Ankunft 18:30 Uhr, 574 m hoch, 583 m runter, Weghöhe 159 m bis 285 m, wir laufen immer noch zu dritt: Katrin, Karl und ich, heute Abend ist noch Ludwig, ein Frankfurter mit uns in der Pilgerherberge.

Wir entschließen wieder über das Etappenziel hinaus zu pilgern. 6 km mehr, dann gibt es für uns nicht mehr die 28 km Etappe. Die Berge sind zwar immer noch rechts und links von uns, aber es ist sehr landwirtschaftlich geprägt und wir wandern an einem Lachsfluss entlang, an dem viele ihr Glück versuchen. Ich habe mich schon gewundert, warum an den Autos so komische Vorrichtungen sind. Als ich unseren Herbergsvater, einen ehemaligen Oberleutnant der norwegischen Armee, der auch die norwegische Truppe in Afghanistan koordinierte, frage ob das Antennen sind, sagt er nein, das sind Halterungen für die Lachsangeln. Er hat übrigens der schöne Bild mit Greta und mir gemacht.

So souverän läuft Greta über die Feriste, die Sperrgitter für die Schafe.

Mittags machen wir Pause an einem besonderen Pilgercafe und bestellen uns zweimal Kaffee Latte und drei Limonade.

Da wir heute Morgen alle zu unterschiedlichen Zeiten gestartet sind, hatten wir kein gemeinsames Morgengebet. Deswegen beschließen wir ein Mittagsgebet zu machen.

Mittagsgebet

Mitte des Tages. Mitte des Lebens.

Kern meines Wesens. Kern meiner Fragen.

Grund des Glaubens. Grund aller Hoffnung.

Herz meines Herzens. Ich sage Du.

ALLE:

In der Mitte des Tages

ist es Zeit für einen Halt.

Ich besinne mich auf das, was mein Leben ausmacht:

Familie, Arbeit, Gottes Gegenwart, die Schöpfung..

Mit all dem möchte ich verbunden sein.

In der Mitte des Tages vertraue ich mich Gott an,

ich komme zur Ruhe und öffne mich für die Lebensfülle,

die er für mich bereithält.

Wir singen:

Du Mitte des Lebens, Halleluja.

Du Ziel aller Wege, Halleluja.

Du Sehnsucht und Stillen zugleich. Halleluja.

Text:

Einmal wird uns gewiss die Rechnung präsentiert

für den Sonnenschein und das Rauschen der Blätter,

die sanften Maiglöckchen und die dunklen Tannen,

für den Schnee und den Wind, den Vogelflug und das Gras

und die Schmetterlinge, für die Luft, die wir geatmet haben,

und den Blick auf die Sterne und für all die Tage, die Abende

und die Nächte.

Einmal wird es Zeit; dass wir aufbrechen und bezahlen.

Bitte die Rechnung.

Doch wir haben sie ohne den Wirt gemacht;

Ich habe euch eingeladen, sagt der

und lacht, soweit die Erde reicht;

Es war mir ein Vergnügen!

Segen:

Es segne Gott die Mitte deines Tages,

was getan, was zu tun bleibt, was du bist.

Es segne Gott die Mitte deines Lebens,

was schon war, was ist, was noch kommt.

Es segne, Gott, die Mitte deines Herzens,

was du erlebst, was du erbetest, was du erhoffst.

Alle:

Amen

Nachmittagspause mit kleinem Schläfchen am Lachsfluss

Meldal Kirche, leider schon geschlossen

Gartenkultur in Norwegen

Unsere Schlafhütte in einem Museumsdorf

Rosittas Rettungsaktion im Netz – Homepage der Kommune Oppdal

Røde Kors på leteaksjon i fjellet i natt:

Fant utmattet pilegrim

Den kvinnelige pilgrimen var utmattet da hun ble funnet i natt av letemannskapet.

Und hier die Übersetzung des Textes aus dem norwegischen von der Rettung:

Die Pilgerin war erschöpft, als sie letzte Nacht von der Erkundungsmannschaft gefunden wurde.

Das Hilfskorps des Roten Kreuzes erhielt am Montagabend um neun Uhr eine Nachricht von der Polizei über eine erwachsene, ausländische Frau, die auf der Pilgerreise zwischen Kongsvold und Oppdal Probleme hatte. Es gab andere Wanderer, die die Polizei alarmierten, dass die Frau Hilfe brauchte.

Das Rettungsteam in Oppdal war auf dem Weg nach Røros, um bei einer Erkundungsaktion zu helfen, nachdem zwei Paddler dort gefehlt hatten, aber stattdessen in Oppdal ausgezogen waren.

– Es ist auch ein Feiertag für uns, aber wir haben eine Crew zusammengestellt und die Polizei bei der Suche unterstützt, sagt Eirin Heggvold vom Oppdal Red Cross Relief Corps.

Die Position des Erkundungsteams stimmte jedoch nicht überein. Die Frau wurde laut Heggvold viel weiter südlich und den Hang hinunter in Richtung Drivdalen gefunden, als angegeben. Sie sagt, dass die ältere Frau müde und erschöpft war und sich durch die Hitze auszeichnete, die in den letzten Tagen auch in den Bergen herrschte. Montag zum Beispiel war es auf Hjerkinn über 25 Grad.

– Wir waren letzte Nacht um drei im Dorf. Wir sind mit dem ATV so weit wie möglich gefahren, und von dort mussten wir los, sagt Heggvold zu Summer Radio auf Radio E6 über eine warme und lange Nacht in den Bergen. Es ist erst zwei Tage her, dass das Rote Kreuz in Oppdal ebenfalls ausziehen musste, um an der Erkundungsaktion teilzunehmen, nachdem ein Mann zwischen Storlidalen und Innerdalen vermisst worden war.

Die Frau wurde von der Besatzung des Roten Kreuzes überprüft, die ihr einen Ausflug in die Notaufnahme für eine zusätzliche Überprüfung empfahl.

„Aber sie war fest entschlossen, nach einer kleinen Pause weiter nach Trondheim zu fahren“, sagt Heggvold, der selbst in einer ansonsten tollen Sommernacht eine lange Wanderung hatte.

– Ich hatte die ganze Zeit ein T-Shirt an und hatte 20 Kilometer auf dem GPS, als die Action vorbei war, sagt Heggvold.

Tag 16 – 1. August – Donnerstag

Von Hæverstølen nach Nørgar Voll, 26 km, Start um 9:30 Uhr, Ankunft 18:30 Uhr, 753 m hoch, 1030 m runter, Weghöhe 222 bis 533 m, die Etappe geht eigentlich nur bis Meslo gård, wir gehen weiter bis Nørgar Voll, damit sind wir zwischen den regulären Etappen und hoffen dadurch immer Herberge zu finden.

Kaum zu glauben: Guiness stought

Greta wird heute die erste Nacht nicht neben mit, sprich neben meinem Bett schlafen, sondern vor der Hütte. Bin gespannt, ob und wie das geht.

Heute morgen haben wir Jennifer in Hæverstølen zurückgelassen, weil sie gestern Abend verdorbenen Fisch gegessen hat. Heike und Ellen machen einen Ruhetag. So sind wir nun zu dritt unterwegs: Karl, Katrin und ich.

Bei unserer Pause in Meslo gård bekommen wir Kaffee und Kuchen. Eine Diakonin aus dem Rauhen Haus in Hamburg macht für vier Wochen dort ihr Praktikum. So werden wir sogar auf Deutsch bedient.

Die Überraschung kommt dann in Nørgard Voll. Hier werden wir mit frischen Waffeln, frischer Erdbeermarmelade und Sahne und Kaffee erwartet. Das norwegische Ehepaar ist unglaublich gastfreundlich.

Und hier wieder die Bilder des Tages:

Jenniver noch gesund
Kurz vor dem Aufbruch: Gemeinsames Morgengebet – Ellen ist als Schatten dabei
Vorsicht Steinschlag

Kaum zu glauben: Englischer Rasen zum Fußballspielen

Wie viel Kilometer noch?

Noch kurz ein Eis vor dem Ziel

Und jetzt kommt noch das beeindruckende, die Bilder aus der Kirche von Rennebu.

Die Rennebu-Kirche ist die älteste und eine der vier Y-Kirchen in Norwegen und damit noch seltener als die Stabkirchen. Die Y-Kirchen wurden von einem deutschen Architekten entwickelt und gebaut und heißen deshalb so, weil Schiffe und Altarraum zueinander stehen wie ein „Y“. Wir sind beeindruckt von dem fremdartigen Baustil, der die Dreifaltigkeit symbolisiert.

Nachtrag zu Nørgar Voll

Auszeichnung für das bisher gastfreundlichste Haus in Norwegen. Die Freundlichkeit und Fürsorge waren/sind unbeschreiblich. Herzlichen Dank an Joar Fjellstad und seine Frau. Segen für Euch.

Übrigens: Greta hat ohne einen Mucks heute Nacht vor der Tür geschlafen.

Stille – oder: Was die Voraussetzung ist, um Gott zu hören

Die Stimme Gottes –

die eintretende Stille

nach und nach

Das Schweigen verstummt nicht –

Schweigen ist unerschöpflich

Elazar Benyoetz

Eigentlich muss hier nur der Hinweis stehen, dass Du mal für ein paar Stunden eine Auszeit nimmst:

– Du machst Dein Handy aus.

– Du gehst raus in die Natur.

– Du bist mit Dir allein.

Stille erzeugt Frieden. Dadurch können Menschen hinhören und achtsam werden. Stille ist die Basis für ein Gebet. Wir lauschen auf Gott, um zu hören, was er sagt, und um herauszufinden, was Gott mit dir/mir und deinem/meinem Leben will. Dieser Weg entsteht, wenn Menschen zu ihrem stillen Raum finden.

Kein Laut ist zu hören, das öffnet für etwas Neues – dem sanften Säuseln Gottes im Herzen zu lauschen.

Das erhoffte ich mir bei dem Weg durch das norwegische Fjell und es war genau so.

Hör auf dieses feine, unaufhörliche Geräusch. Es ist die Stille.

Und hier ein Text von Ulrich Schaffer von mir bearbeitet:

Wir warten nicht lange genug

Wir warten nicht lange genug,

zu früh hören wir auf,

mit unserem Wesen zu lauschen.

Ehe die Landschaft zu reden beginnt

haben wir uns schon wieder in Schnelligkeit verstiegen.

Wir warten nicht lange genug,

zu früh hören wir auf,

mit unserem Herzen zu lauschen.

Ehe die Stimme Gottes zu hören ist

haben wir uns schon wieder Knöpfe ins Ohr gesteckt.

Wir warten nicht lange genug,

zu früh hören wir auf,

mit unserer Seele in Kontakt zu sein.

Ehe die Seele zu reden beginnt

Haben wir uns schon längst dem Außen zugewandt.

Wir warten nicht lange genug,

zu früh hören wir auf,

und sagen:

Ich hör nichts, ich spür nichts, ich seh nichts.

Ehe die Worte kommen, die Gefühle wehtun, die inneren Augen wahrnehmen.

Die Dialoge, die wir verpassen,

brauchen uns nicht um wirklich zu sein,

aber vielleicht brauchen wir sie,

wenn wir leben wollen

so wie Gott uns gemeint hat.

-—

Stille gehört mit zu den 7 Pilgerschlüsselworten nach der heiligen Brigitta von Schweden

15. Tag – Mittwoch 31. Juli

Unsere Hütten in Oppdal

Von Oppdal nach Hæverstølen, 24,3 km, 425 m hoch, 449 m runter, Weghöhe 532 bis 702 m,

Heute morgen hätte ich nicht geglaubt, dass ich diese Strecke schaffe. Mir ging es nicht gut, mein Magen und mein Darm funktionierten nicht normal und die Schmerzen von der überreizten Achillessehne sind zwar ein wenig besser, aber noch nicht weg. So habe ich mich dann auch erst um 10:30 Uhr auf den Weg gemacht, mit dabei waren Karl, Jennifer und Katrin. Ellen und Heike, die beiden Schwestern aus Aachen, waren schon 2 Stunden früher aufgebrochen.

Heike und Ellen

Um 18:30 Uhr waren wir dann tatsächlich am Ziel. Das besondere Ereignis dieses Tages war ein kleiner Hund, der uns mindestens 15 km begleitet hat, er war einfach nicht abzuschütteln. Kurz vor unserem Ziel hielt ein Wagen neben uns, ein Mann stieg aus und sagte:“This is my dog.“ und holte ihn zurück.

Hier die Bilder des Tages und von der Pilgerherberge Hæverstølen. Es ist wunderschön hier.

Karl freut sich und wir auch

Rast mit Jennifer

Und dies ist meine Hütte, zum ersten Mal ausdrücklich erwünscht.

14. Tag – 30. Juli Dienstag

Oppdal – ungewollter Pausentag – mir fällt eine der fünf Wahrheiten von Richard Rohr ein: „Du hast nicht die Kontrolle!“ Wie wahr. 10 km schaffe am Morgen, dann tut meine zusammengeflickte Sehne (vor 20 Jahren Achillessehnendurchriss) so weh, dass ich nicht mehr weitergehen kann. Also beschließe ich zu warten bis Stephan, der Norweger, Rositta zum Arzt nach Oppdal fährt. Es ist die einzige Straße hier im Tal, er muss hier vorbeikommen. Fünf Minuten warte ich, dann kommt ein Hamburger Wohnmobil, das ich stoppe. Eine junge Familie, die mich gerne nach Oppdal mitnimmt.

Gegen 17 Uhr kommen die ersten. Ich habe zwei Hütten reserviert und gemietet, zum Glück so früh, es waren die letzten. Karl geht einkaufen und kocht für alle. In dieser siebener Runde werden wir wohl nicht mehr zusammensein. Rositta hat vom Arzt Ruhe verordnet bekommen. Abendgebet und eine Runde: Was ist mir bis jetzt wichtig geworden, schließen den Abend ab. Mein Satz lautet: Zeig Dich und Du wirst gesegnet!