Lebensmut – oder: Sich dem Schmerz stellen

Warum macht man eine solche Pilgerreise? Für mich ist der klarste Grund die Trauerarbeit. Mehrfach habe ich schon gesagt, dass ich eine neue Lebenslust empfinde, die in der großen Spannung steht mit der großen Traurigkeit, die ich empfinde. In allem fühle ich mich begleitet und geborgen in Gott.

Geborgenheit braucht das Vertrauen in das Leben selbst, dies erfordert von uns, dass wir Schmerz zulassen. Ja, ihm standhalten, wenn er sich bemerkbar macht. Denn nur im Annehmen des Schmerzes, ja sogar beim sich tief hineinfallenlassen ohne wenn und aber, kann Veränderung passieren. Geborgenheit kann ich dann sogar im Schmerz erleben. Gerade indem ich dem Schmerz nicht ausweiche, löst er sich auf. Schmerz annehmen heißt, ihn ganz und gar zu spüren. Das habe ich zum ersten Mal während meiner Initiation erlebt. Und seitdem immer wieder.

Den Weg über festen Felsgrund einschlagen und deshalb ständig aufs Neue den nächsten Schritt wagen.

Meine Erfahrung ist, dass die radikale Umkehr im Leben – in Gottes Gegenwart zu treten und seinen Weg zu wählen – den fruchtbaren Boden für den Lebensmut schafft. Denn es geht darum, sich immer wieder wagemutig für das Leben zu entscheiden. Dies meint eine tiefe Umkehr und den Entschluss, der jeden Tag aufs Neue gefasst werden muss. In meiner Arbeit mit den Männern habe ich mich immer wieder gefragt, was geschehen muss, dass Lebensmut wachsen kann? Was fördert gute Wachstumsbedingungen und kann mich und gleichzeitig andere froh machen? Und dann kann es notwendig werden, sich gegen das Alte, Eingeübte zu entscheiden, das Bild zu verlassen, das ich von mir selbst und der Welt habe. Das erstaunliche daran ist, das dann ein Raum geschaffen wird für Neues und unbekannte Lebensenergien. Der Glaube an Christus als wohlwollender Begleiter gibt mir Kraft für die Lebenswanderung, denn Christus ist verlässlich.

Olaf ist dem Ruf Christi gefolgt. Im Vertrauen hat er Christus Raum in seinem Herzen bereitet. So erfüllte ein ganz neues, anderes Leben ihn. Er hat gegrübelt über die vielen Götter des altnordischen Glaubens, und die christliche Missionare erzählten von einem ewigen, allwissenden und allmächtigen Gott, ein Gott, der die Menschen liebt, ihnen hilft und nicht umgekehrt. Durch den Glauben an Christus bekam Olaf die Kraft, dem Ruf zu folgen, der ihn ereilt hatte.

Diesem Ruf zu folgen ist nicht ganz einfach, manchmal sogar schwierig, aber lohnenswert.

Ich schöpfe daraus Lebensmut, Lebenskraft und Lebenslust.

5 Kommentare zu „Lebensmut – oder: Sich dem Schmerz stellen

  1. Trauer darf sein. Die Erinnerung und das Privileg einer glücklichen Beziehung, langen Liebe, Partnerschaft kann der Tod nichts anhaben, die geliebten leben im Herzen weiter.

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