Tag 18 – 3. August – Sonnabend

Von Meldal nach Gumdal, 18,6 km, 844 m hoch, 909 m runter, Weghöhe 40 bis 285 m, Start um 10:30 Uhr, Ankunft um 18:15 Uhr, Temperatur 12 bis 19 Grad,

Frühstück mit Ausblick bei 12 Grad

Aufbruch aus dem Freiluftmuseum

Obwohl unser Weg heute ziemlich trist war, von 18 km waren 9 km Asphalt, sind wir durch ein bedeutungsvolles Gebiet des zweiten Weltkriegs gelaufen. Norwegen war ja kriegswichtig wegen der Erzzufuhr nach England. Und hier war Erzförderung. Ich erspare mir weitere Erläuterungen und weise nur auf die interessante Internetseite hin: https://verschwiegenegeschichtedrittesreich.wordpress

Braucht ein wenig Pflege
Kaum zu glauben – nur noch drei Tage

Die Unterkunft in Gumdal ist wieder eine Überraschung. Drei Zimmer mit je zwei Betten, unten eine Küche mit Aufenthaltsraum, eine Dusche und im Kühlschrank richtiges Bier. Frische Milch gibt’s von den Kühen und Eier von den Hühnern.

Und: Ich habe einen Tag gewonnen und die Unterkunft in Trondheim hat sogar noch das Zimmer frei für zwei Tage – mit Hund.

Heute Abend essen wir Nudeln mit Rührei und kaltröked Lachs.

Versöhnung – oder: Warum zusammen besser geht

Die beeindruckende Mischung der Gewächse im Garten, die alle wachsen und es gut haben, weil für guten Mutterboden, für reichlich Platz und Luft für alle gesorgt wurde.

Mir war und ist es immer wichtig gewesen, Menschen zusammenzubringen, am besten, wenn sie ganz unterschiedlich sind.

Einheit und Gemeinschaft zu schaffen ist eine wichtige Herausforderung. Es geht darum, die richtige, aber schwierige Balance zwischen Verantwortung und Freiheit zu finden. Einerseits muss man Regeln und Rahmen einführen, die Menschen sammeln und ein gemeinsames Ziel geben, andererseits soll der gemeinsame Rahmen allen Menschen und Gruppen Raum zum Atmen und Wachsen geben. Niemand soll unterdrückt werden und die Freiheit verlieren. Jede und jeder soll die Möglichkeit haben, seine eigenen Stärken kennen zu lernen und Fähigkeiten zu entfalten.

Wenn einer versucht, das Zusammenwirken, das Gemeinsame zu stärken, erzeugt das oft Konflikte. Menschen, die in der Lage sind, Vielfalt zu schätzen und doch Einheit zu schaffen und immer Wege zur Versöhnung zu suchen, werden gebraucht, ob in der Familie, im Geschäftsleben, in Vereinen oder in einem Land oder sogar zwischen Nationen.

Olafs Vision war nicht gerade klein: Er wollte Norwegen sammeln. Im christlichen Glauben sah er den geeigneten Weg zu diesem Ziel. Deshalb versucht er, ein neues Recht, das Christenrecht (Olafsretten) einzuführen. Das war ein Bruch mit früheren Regeln und Gewohnheiten. Das neue Christenrecht begann so: „Das Erste in unserem Gesetz ist, dass wir uns nach Osten verneigen und zum Weisen Christus um ein gutes Jahr und Frieden beten, dass wir unser Land, unser Dorf und unseren Hof heil halten. Er sei unser Freund und wir die Seinen, und Gott sei Freund über uns allen.“

In dem neuen Recht wurde unter anderem verboten, neugeborene Kinder in Wald und Feldmark auszusetzen. Leibeigene sollten frei gekauft werden. Vielweiberei wurde verboten und Vergewaltigung mit dem Tode bestraft. Frauen durften Erben und Häuptling werden. Es sollten Kirchen in jedem Bezirk gebaut und Neugeborene getauft werden. Verstorbene sollten in heiliger Erde begraben werden und nicht in den Hügeln oder Steinhaufen wie in heidnischer Zeit.

Das neue Gesetz einzuführen rief Widerstand hervor und Olaf schaffte sich viele Feinde, nicht zuletzt, weil er die Gleichheit aller vor dem Gesetz einführte, der großen Leute wie der kleinen Bauern.

Olaf schaffte es nicht, in seiner Lebenszeit Norwegen zu einen. Erst durch seinen Tod erreichte er es, das Land zu einem Reich zu vereinen. Erst durch seine schwerste Niederlage begann die Einheit unter den streitenden Kräften im Land zu wachsen. Der Preis der Versöhnung war groß, aber aus dieser Niederlage heraus konnte etwas Bleibendes entstehen.